Aktuell
Bombenentschärfung geglückt – Erleichterung im Pauline
Pauline-Ahlsdorff-Haus liegt im 1000-Meter-Radius / Bewohner*innen werden innerhalb des Hauses verlegt
+++UPDATE 17.30 Uhr: Es ist geschafft, die 5-Zentner-Bombe im Wilhelmshavener Marinearsenal ist nach einem aufregenden Tag entschärft: Auch wenn unser Hauptdank natürlich dem Kampfmittelbeseitigungsdienst und dem Krisenstab der Stadt Wilhelmshaven samt aller Helferinnen und Helfer für die schnelle Bewältigung dieser Mammutaufgabe gilt, so müssen wir an dieser Stelle ausdrücklich noch einmal unser Team vor Ort im Pauline-Ahlsdorff-Haus herausheben. Denn was die Kolleg*innen dort binnen nicht einmal 24 Stunden geschafft und auf die Beine gestellt haben, ist mehr als nur aller Ehren wert.
Am Nachmittag kam als Erstinfo: Bombenfund, das Pauline muss evakuiert werden. Zahlreiche Maßnahmen wurden in der Folge nach festgelegtem Plan im Haus von Leiterin Christiane Kohlenbach-Pajonk und ihrem Team ergriffen. Unter anderem kamen Mitarbeiter*innen freiwillig rein, um den Nachtdienst zu unterstützen. Bis zum nächsten Morgen verfolgten zahlreiche Kolleg*innen das Geschehen intensiv, um schnell reagieren zu können. Nach zwischenzeitlicher Meldung einer Teilevakuierung stand dann um 7.30 Uhr plötzlich das THW zur Lagebesprechung und Unterstützung vor der Tür. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter.
„Alle Nicht-Pflegekräfte hatten den Speisesaal und den Seminarraum für die Evakuierung vorbereitet, Pflegemitarbeitende sorgten auf den Wohnbereichen dafür, dass die Bewohner*innen gewaschen und angekleidet wurden – und noch frühstücken konnten“, so Kohlenbach-Pajonk. In drei Häusern wurden mehrere Wohnbereiche und einzelne Zimmer evakuiert, die zum Bomben-Standort ausgerichtet waren. Eine imposante Improvisation, obgleich nichts dem Zufall überlassen wurde.
Auch wenn zeitnah noch einmal das Geschehen analysiert wird, so ist doch klar: Die Pauline-Mitarbeiter*innen haben hier als Team alles Mögliche getan, damit die Bewohner*innen dauerhaft versorgt, betreut und geschützt sind – trotz der akuten wie oftmals unklaren Lage und trotz massiver Zeitverzögerung durch einige Unbelehrbare in der Stadt, die sich der Evakuierung verweigert hatten.
+++UPDATE 14.00 Uhr: Die Evakuierung dauerte aufgrund von einigen Unbelehrbaren länger an als erwartet, wodurch die Wartezeit und somit der Frust im Pauline-Ahlsdorff-Haus stieg. Bewohner*innen, mobile wie bettlägerige, wurden aus ihren Zimmern in Speisesäle und auf die Erdgeschoss-Flure verlegt, um im Fall des Falles nicht zu Schaden zu kommen. Da sie dort nun bereits seit vielen Stunden ausharren müssen, ohne dass es voran ging, ist unglücklich. Da nun mit aktuellem Stand 14.00 Uhr aber die Evakuierung laut Krisenstab offenbar abgeschlossen ist, hoffen alle Beteiligten nun auf eine schnelle, gute Klärung und die Entschärfung der 5 Zentner schweren Bombe im Marinearsenal. Wir drücken weiterhin die Daumen und danken unseren wunderbaren Kolleg*innen wie den Einsatzkräften vor Ort für ihre unermüdliche Unterstützung - und die Ruhe!
WILHELMSHAVEN. Nach einem Bombenfund am späten Montagnachmittag (31.8.26) im Wilhelmshavener Marinearsenal hat der Krisenstab der Stadt in Kooperation mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst entschieden, das betroffene Gebiet innerhalb eines 1000-Meter-Radius kurzfristig zu evakuieren. Rund 13.600 Menschen seien laut städtischer Mitteilung betroffen, darunter auch das AWO Pauline-Ahlsdorff-Haus an der Rheinstraße.
Seit dem frühen Dienstagmorgen sind zahlreiche Kräfte im Einsatz, um das Gebiet zu räumen und bis 11 Uhr sicherzustellen, dass sich keine Personen mehr im Gefahrenradius befinden. Nach einer Begehung des Pauline-Ahlsdorff-Hauses mit dem Technischen Hilfswerk (THW) in den Morgenstunden steht fest, dass mehrere Stationen der Pflegeeinrichtung geräumt werden müssen. Allerdings müssen mobile wie immobile Bewohner*innen (hier insbesondere auf den Bereichen 1, 2, 6, 7) das Gebäude nicht verlassen, sondern können innerhalb des „Pauline“ verlegt werden. Die Mitarbeiter*innen wirken hier zur Stunde unter Hochdruck, damit alle Personen nicht nur gut versorgt und betreut sind, sondern eben auch geschützt. Bereits in der Nacht, kurz nach Information durch die Behörden, wurden vor Ort erste Vorkehrungen getroffen – so unter anderem nötige Medikamente in Boxen verpackt, zudem Markierungsbänder für die Bewohner*innen zur schnellen Orientierung angefertigt.
Ob die Entschärfung zeitnah erfolgen kann, ist von vielen Faktoren abhängig. Diese ist erst möglich, wenn das betroffene Gebiet tatsächlich geräumt ist. Da es aus Erfahrung immer wieder zu Diskussionen mit Bürger*innen kommt, ist unklar, ob der Kampfmittelbeseitigungsdienst schnell agieren kann. Überdies ist jede Bombe ganz individuell zu bewerten und zu behandeln. Alter, Bodenzustand, Lage, etwaige Deformationen und auch chemische Zersetzungen beeinflussen die Entschärfung. Dies alles kann den hochbrisanten Prozess in die Länge ziehen. Da ein Restrisiko im Zündsystem besteht, insbesondere nach einer möglichen Touchierung oder falls die Bombe versehentlich bewegt wurde, ist schnelles Handeln erforderlich. Im aktuellen Fall handelt es sich um eine 5-Zentner-Bombe (also 250 Kilogramm) mit zwei Zündern. Diese hat eine enorme Sprengkraft, auch nach Jahrzehnten im Erdreich. Hierbei kann es sich um bis zu 130 Kilogramm reinen Sprengstoff handeln. Weit fliegende Splitter, auch heftige Erschütterungen und massive Zerstörungen sind im schlechtesten Fall die Folge. Eine Evakuierung schützt also Leib und Leben.
Wir versuchen, unsere Kanäle (Facebook, Instagram und Website) mit Informationen rund ums Pauline zu bespielen. Aufgrund der kurzfristigen Infos und der sich beständig ändernden Lage sollten hier aber im eigenen Interesse die Vor-Ort-Medien und die Stadt Wilhelmshaven für Aktualisierungen genutzt werden. Dort ist unter der Telefonnummer (04421) 161616 auch ein Bürgertelefon eingerichtet worden.
Zum Hintergrund:
Während des Zweiten Weltkriegs wurden laut dokumentierter Erhebungen insgesamt 102 Luftangriffe auf Wilhelmshaven und hier auch insbesondere auf den seinerzeit bedeutsamen Kriegshafen geflogen. Unter anderem Docks, Werften und Kriegsschiffe sollten zerstört werden. Doch auch weit über die Hälfte der Wohnbebauung wurde dabei getroffen. Aufgrund der enormen Anzahl an Bombenabwürfen gab und gibt es vermutlich noch immer nicht nur im Hafengebiet, sondern auch in und um Wilhelmshaven weiterhin Blindgänger – sie sind das gefährliche Erbe eines verheerenden Krieges mit Millionen Toten und unermesslichem Leid.
Der AWO Weser-Ems Bezirksverband
Der AWO Weser-Ems Bezirksverband bietet zwischen Nordsee und Osnabrücker Land soziale Dienstleistungen in über 70 Einrichtungen rund um Pflege, Kinderbetreuung, psychosoziale Teilhabe und Beratung an. Als politischer Verband vertritt dieser die Interessen der Menschen in der Region und setzt sich für eine demokratische und gerechte Gesellschaft ein. Rund 9000 Mitglieder, etwa 4000 hauptamtlich Mitarbeitende sowie viele weitere ehrenamtlich Tätige sind in 14 Kreisverbänden und 90 Ortsvereinen organisiert.
Weitere Interessante Inhalte für Sie
Geprüfte Qualität. Gelebte Werte.
Wir arbeiten nach DIN EN ISO 9001 – ergänzt durch AWO spezifische und wohlfahrtspolitische Anforderungen.