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Aktuell

Bunte Unvergänglichkeit – mit bemalten Steinen gedenken

drob organisiert erneut Gedenkveranstaltung für verstorbene Drogengebrauchende in Delmenhorst / Am 21. Juli am Rathausplatz

DELMENHORST. Kulturell wie spirituell besteht eine enge Verbindung zwischen dem Tod und Steinen. Letztere stehen für Unvergänglichkeit, aber auch für fortwährende Erinnerung. Dass die Anonyme Drogenberatungsstelle in Delmenhorst (drob) sich dieses Bildes angenommen hat, kommt nicht von ungefähr. Wie schon in den Vorjahren wird es daher auch am kommenden 21. Juli – dem internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende – eine besondere Veranstaltung am Rathausplatz geben. Während dieser können Teilnehmende Steine bemalen oder mit den Namen von verstorbenen Angehörigen versehen. Mehr noch.

2150 Drogentote wurden laut Drogenbericht der Bundesregierung im vergangenen Jahr in Deutschland polizeilich registriert – das sind 13 Lebensgeschichten, Schicksale und Abhängigkeiten mehr als im Vorjahr. Bedenklich ist da vor allem der Anstieg der Todesopfer unter 30 Jahren; fast jeder vierte Drogentote hat nur einen Bruchteil seiner mutmaßlichen Lebenserwartung auch tatsächlich leben können. Insbesondere bei den Unter-20-Jährigen haben sich die Todeszahlen in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Tendenz steigend.

„Nach wie vor ist die Haupttodesursache weiterhin durch den Missbrauch von Opioiden zu begründen“, sagt Nicole Meyer-Böhle, „allerdings ist auch ein Anstieg der Todesfälle durch den polyvalenten Konsum von Kokain und Crack zu verzeichnen.“ Soll heißen: Zahlreiche Drogengebrauchende starben nach dem zeitgleichen Konsum mehrerer Substanzen. Das ist nicht nur ein exklusives Problem im fernen Berlin oder Frankfurt, sondern auch im nächsten Umkreis festzustellen. Fünf Menschen sind demnach in Delmenhorst nicht nur mit, sondern an ihrem Drogenkonsum gestorben. Wohlgemerkt: Hierbei handelt es sich nur um die polizeilich entsprechend registrierten Fälle. Dass es hüben wie drüben eine Dunkelziffer gibt, steht außer Frage. Wie hoch diese aber tatsächlich ist, bleibt bloße Spekulation. Auch darf und muss die Frage gestellt werden, wie sehr sich diese Zahlen wohl ohne die intensiven drob Aktivitäten und -Programme, ohne Suchtprävention an Schulen und Interventionen entwickelt hätten. Kurzum: Prävention hat höchste Priorität, die Sichtbarkeit von Angeboten und Lebensrealitäten nicht minder.

Wenn also am 21. Juli (Dienstag) der internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende zum nunmehr vierten Mal von der drob am Rathausplatz organisiert wird, ist dies gewiss kein neues Angebot. Dennoch eines, das immer wieder neue Aufmerksamkeit verdient hat. Aus besten, weil schlechtesten Gründen werden ja bereits seit 1998 an diesem Datum deutschlandweit und in vielen Ländern Europas sowie in Nordamerika, Asien und Australien Veranstaltungen durchgeführt, um an all Jene zu erinnern, die aufgrund von Drogenmissbrauch oder langjährigen Folgen des Drogengebrauchs ihr Leben verloren haben.

In Delmenhorst beginnt die etwa zweistündige Veranstaltung um 14 Uhr. In dieser Zeit haben Besucher*innen die Gelegenheit, mit den Beraterinnen der drob – Sarah Owen und Nicole Meyer-Böhle – in den Austausch zu gehen. Der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende ist nicht nur ein Tag des Erinnerns, sondern auch ein Tag der Aktionen und Prävention. So soll weiterhin das Bewusstsein für die Gefahren durch den Konsum von illegalen Drogen geschärft, gleichsam aber auch gezeigt werden, dass Sucht eine Krankheit ist.

Zudem haben Besucher*innen die Möglichkeit, direkt vor Ort Steine zu bemalen oder mit den Namen von verstorbenen Freund*innen oder Familienangehörigen zu versehen. Diese sollen dann am Nachmittag in einem Schaukasten zur Ansicht und zum Gedenken bereitgelegt werden. Darüber hinaus besteht für alle Interessierte die Möglichkeit, sich vorab einen Musiktitel zu wünschen, der im Rahmen der Veranstaltung im Hintergrund zu hören sein wird. Hierzu können Musikwünsche einfach der Anonymen Drogenberatung vor Ort (Scheunebergstraße 41, Delmenhorst, Tel. 04221-14055) mitgeteilt oder auch per Email zugeschickt werden: info@drob-delmenhorst.de.

INFORMATIONEN ZUM THEMA

Der AWO Bezirksverband Weser-Ems … 

… bietet mit seinen über 4000 Mitarbeitenden zwischen Nordsee und Osnabrücker Land soziale Dienstleistungen in rund 80 Einrichtungen rund um Pflege, Kinderbetreuung, psychosoziale Teilhabe und Beratung an. Alle Infos: www.awo-ol.de/ 

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… gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Bundesweit wirken in ihr über 300.000 Mitglieder, mehr als 72.000 ehrenamtlich Engagierte und 242.000 hauptamtliche Mitarbeiter*innen, um in unserer Gesellschaft bei der Bewältigung sozialer Probleme und Aufgaben mitzuwirken und den demokratischen, sozialen Rechtsstaat zu verwirklichen.

FOTO: Bemalte Steine dienen dem Gedenken an verstorbene Freund*innen und Angehörige. © AWO Weser-Ems. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

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