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Aktuell

Teilhabe ist kein freiwilliges Zusatzangebot – sondern Rechtsanspruch und Menschenrecht

Die drei AWO Bezirksverbände in Niedersachsen (Braunschweig, Hannover und Weser-Ems) haben gemeinsam mit dem niedersächsischen DRK, der hiesigen Diakonie und Caritas, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Nds sowie der LAG A|B|T und der Lebenshilfe im Land ein Positions- und Prioritätenpapier erarbeitet, das genau diesen Punkt in den Fokus stellt. Dies geschieht – leider – nicht grundlos: Denn Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände beraten aktuell über grundlegende Veränderungen in der Eingliederungshilfe, die zu spürbaren Einschränkungen bei Unterstützungsleistungen führen können. Mehr noch: Bestehende Angebote sowie die Arbeit der hier beteiligten Leistungserbringer würden massiv unter Druck gesetzt. Die Folgen wären deutliche Einschnitte für die individuellen Bedarfe und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, damit also auch: weniger Teilhabe, weniger Rechte, weniger Chancen.

Welchen Wert hat also ein Mensch? Die Verbände der Eingliederungshilfe der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen fürchten aufgrund der bevorstehenden Debatte eine schleichende Verschiebung – weg von Vielfalt als Selbstverständlichkeit, hin zu Bewertungen nach Aufwand, Belastung und Wirtschaftlichkeit. Ja, Teilhabe verursacht Kosten. Aber: Eine Behinderung ist keine Überforderung der Gesellschaft und eine notwendige Assistenz keine Belastung. Der Elefant, der hier in den Raume gestellt wird, ist gleichbedeutend mit einem Rückschritt bei der gesamtgesellschaftlichen, aber auch individuellen Freiheit. Wir sind überzeugt: Schutzrechte, Freiheitsrechte und eben Würde dürfen niemals unter Finanzierungsvorbehalt geraten. Anderenfalls droht gezielte Exklusion.

Deshalb mahnen wir: Der Wert eines Menschen bemisst sich nicht nach Aufwand, Produktivität oder Kosten. Teilhabe gilt für alle Menschen. Ohne Abstufung, ohne Ausnahme, von Anfang an. Deshalb darf Würde keiner Wirtschaftlichkeitsbewertung weichen. Was stattdessen machbar ist: Bürokratieabbau, die Sicherung von Fachlichkeit, die bedarfsgerechte Unterstützung. Unter anderem.

Das komplette Positionspapier mit allen zehn bedeutenden Punkten des Bündnisses findet sich hier zum Download:

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