Aktuell
Marie macht’s erneut: Zahlreiche Gute-Laune-Aktionen im AWO-Land
Gesellschaftlich relevant und individuell zauberhaft: Komplimente-to-go, Rikscha-Fahrten und Aufräum-Termine – aber auch bedeutsame #everynamecounts-Aktion am Dienstag (8.9.)
NIEDERSACHSEN. Wut und Aggressionen allüberall, ein stetes Gegeneinander und umgreifende Gesellschaftsmüdigkeit – klar, kann man so hinnehmen. Ist aber blöd. Deshalb hat die AWO Weser-Ems zum zweiten Mal den Gute-Laune-Tag „Marie macht’s“ aus und wird nach der erfolgreichen Premiere 2025 mit zahlreichen Projekten zwischen Nordsee und Osnabrücker Land erneut Liebe und Freude in Niedersachsen streuen, aber auch für einen gesellschaftlich bedeutenden Impuls sorgen.
Die Verteilung von Komplimenten, das gemeinsame Basteln oder Fahrten mit der Rikscha sind da in Aurich, Jever, Lemwerder, Osnabrück und in vielen anderen Städten an diesem Tag gewiss Garanten fürs schöne Gefühl auf beiden Seiten – deutlich anders sieht’s hingegen bei einer Aufgabe aus, der sich rund 100 Mitarbeitende der AWO im Oldenburger Elisabeth-Frerichs-Haus an diesem Tag stellen werden: Die „Arolsen Archives“ sind das größte Archiv über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus; Millionen historischer Dokumente sind hier gespeichert, die darin enthaltenen Daten jedoch noch nicht digitalisiert erfasst. „#everynamecounts“ ist dabei eine Initiative, über die weltweit Hunderttausende Freiwillige den Verfolgten des NS-Regimes ein digitales Denkmal errichten – indem sie Daten dieser Dokumente in Online-Masken eingeben. „Mit jedem Datensatz bewahren Sie einen verfolgten Menschen vor dem Vergessen und setzen zugleich ein Zeichen für Respekt, Vielfalt und Demokratie“, heißt es dazu beim Archiv, „denn die Gründe für Verfolgung sind nicht Geschichte“.
Zeichen für Respekt und Vielfalt setzen da allerdings auch die Mitglieder und Mitarbeitenden in der Fläche. Selbstgemachte Präsente und liebe Botschaften, etwas Zeit oder etwas Kuchen, Einladungen zum Mitmachen oder schlicht überraschende Momente: Bekannte wie Fremde zu erfreuen, schafft Glück bei allen Beteiligten und vielleicht ja auch etwas Entspannung im mittlerweile so herausfordernden Alltag. Vor allem aber Begegnung.
„Nicht nur mit Blick auf die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und die Menge an Hass und Furcht, die hierzu insbesondere über die Sozialen Medien ausgespielt werden“, sagt da Thore Wintermann (Vorstand Verband und Politik bei der AWO Weser-Ems), „die tatsächlich weltweite Entwicklung, die massive KI-Ausbreitung und die Vielzahl an Fake-News bereiten vielen Menschen große Sorge. Die Folge: Entfremdung, Vereinzelung, mehr Gegen- als Miteinander. Hier wollen wir gegenwirken und positive Momente schaffen.“
Dass da sowohl Ehrenamtliche in den Kreisverbänden, aber eben auch die Hauptamtlichen in niedersächsischen AWO-Einrichtungen ihren Teil beitragen wollen, „macht mich stolz und zuversichtlich“, so auch die Projektorganisatorin Karin Koll. „Wie schon im Vorjahr gilt: Überall, wo Menschen sich für andere engagieren, liegt ein enormer gesellschaftlicher, aber auch demokratischer Wert. Und diesen müssen wir mehr und stärker denn je nun sichtbar machen und halten.“
Auszug aus den Aktionen im AWO-Gebiet zwischen Nordsee und Osnabrücker Land
AURICH:
Unter dem Motto „Marie macht die Welt bunter!“ haben Bewohner*innen, Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche im Hermann-Bontjer-Haus selbsterstellte Tütchen mit Blumensamen gefüllt, ein Banner gestaltet und meterhohe Blumen gebastelt. Am Dienstag fahren alle Beteiligte gemeinsam in die Innenstadt und verteilen dort die Geschenke.
BARßEL:
Im Rahmen des Aktionstages wird am 17. September und am 22. Oktober Zeit verschenkt – Mitglieder des AWO Kreisverbands Cloppenburg kommt dann mit Passant*innen auf dem Wochenmarkt vor dem neuen Bürgerhaus ins Gespräch.
BRAMSCHE:
Die Kita Hasekids erhält drei neue Gartenbänke.
EMDEN:
In verschiedenen Kitas werden Marmeladen zubereitet und Kuchen gebacken. Die Kinder verteilen im Anschluss ihr Selbstgemachtes an die Nachbarschaft und Senior*innen des Teenachmittags im Ortsverein.
GEORGSMARIENHÜTTE:
* Kinder und Jugendliche der Offenen Jugendarbeit gestalten gemeinsam Postkarten und verteilen diese dann in Holzhausen.
* Zwar nach, aber im Rahmen des Aktionstages, gibt es in der Offenen Jugendarbeit Georgsmarienhütte am 14. September eine Aufräumaktion an der „Kleinen Wanne“. Ziel ist dabei die Gestaltung eines generationsübergreifenden Ortes.
JEVER:
Das Marianne-Sternberg-Haus veranstaltet von 14.30 bis 16.30 Uhr einen Kleiderbasar mit Kaffee- und Kuchenverkauf.
LEMWERDER:
Von 9 bis 13 Uhr gibt es auf dem Rathausplatz in Lemwerder einen Infostand, um hier mit Bürger*innen ins Gespräch zu kommen. Highlights des Angebots vom „Haus am See“ sind dabei sicherlich die Probefahrten mit einer Rikscha, zudem werden kleine Aufmerksamkeiten verteilt.
NORDEN:
Das Altenwohnzentrum Haus am Kolk plant einen Spaziergang mit Bewohner*innen und verteilt dabei „Komplimente to go“.
NORDENHAM:
Ein Team des Sprachheilkindergartens gestaltet mit den Kindern einen Bewegungsparcours vor der Einrichtung – während eine weitere Gruppe gemeinsam mit Kindern den Wochenmarkt besucht und dort „Komplimente to go“ verteilen wird.
OLDENBURG:
* Die Projekte „Hand in Hand“, „KuSAK“ und „Regenbogen 3.0“ gestalten gemeinsam mit einer Künstlerin an der Ammergaustraße zwischen 10 und 12 Uhr selbstständig kreative Postkarten. Bei Kaffee und Kuchen können die Karten anschließend beschrieben und verschickt werden.
* Mitarbeiter*innen im Elisabeth-Frerichs-Haus (EFH) an der Klingenbergstraße 73 helfen dabei, Namen und Daten von NS-Verfolgten digital zu erfassen. Die Aktion unterstützt das gesellschaftlich und international relevante Projekt #everynamecounts.
* Ebenfalls im EFH planen Auszubildende der AWO Weser-Ems eine Überraschungsaktion mit Postkarten.
OSNABRÜCK:
* Auf dem Gelände der Einrichtung Günter-Storck Schlichthorst wird gemeinsam mit dem Projekt „Teilhabe gestalten“ ein XXL-Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielfeld aufgebaut. Ziel ist es, einen neuen Ort der Begegnung für Klient*innen, Vereine, Nachbarschaft wie Interessierte zu schaffen. Zwischen 14.30 und 16.30 Uhr soll das Spiel dann eingeweiht werden.
* Mittels Malbüchern erfahren Kinder in gleich 19 Kitas und Horten mehr über das Leben und Wirken von Marie Juchacz – und werden so ermuntert, die Idee weiterzutragen.
* In der Kita Mosaik gibt es ein gemeinsames gesundes Frühstück mit Kindern, Eltern und dem AWO Ortsverein, dazu aber auch noch eine Spende
RASTEDE:
AWO-Akteur*innen aus dem Fachbereich Freiwilligendienste verteilen vor Ort „Post für Dich“ – darüber kommen sie mit den Menschen im Einzugsgebiet ins Gespräch.
WILHELMSHAVEN:
* Im Pauline-Ahlsdorff-Haus werden ab 9.30 Uhr Saatmurmeln hergestellt, hübsch verpackt und dann verteilt und verschenkt. Ziel ist es, die Stadt ein bisschen bunter zu machen, Gemeinschaft zu stärken und generationsübergreifendes Miteinander zu fördern.
* Kita-Kinder der Kids 24, Hummel Hus, Lüttje Wattlöper und Nordlicht gehen in das benachbarte Pflegeheim. Dort wird zusammen gebastelt, gesungen und Kuchen verspeist.
Viele weitere Aktionen schließen sich an!
Alle Infos und Aktualisierungen zum Aktionstag: https://awo-ol.de/marie-machts
Hintergrund-Informationen
Marie und der Aktionstag
Marie Juchacz, Gründerin der AWO, hat sich mit ihrem entschlossenen Tatendrang stets für die Gemeinschaft eingesetzt und für demokratische Werte gekämpft. In unserer hektischen Welt kann es manchmal schwer sein, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und Freude zu verbreiten. Doch oft sind es gerade die kleinen, kreativen Aktionen und Dinge, die eine große Wirkung entfalten können. Mit "Marie macht´s" hatte sich die AWO Weser-Ems erstmals am 9.9.2025 auf eben diese Spuren von Marie Juchacz begeben. Die vielen lieben Gesten und überraschenden Momente hatten für viel Aufmerksamkeit gesorgt und auch Nicht-AWO-Mitglieder und -Mitarbeitende zum Mitmachen inspiriert.
Die Idee zur Aktion
Die Idee zum Aktionstag entstand 2024 im Landesjugendwerk der AWO Mecklenburg-Vorpommern. AWO Gliederungen und Jugendwerke bundesweit haben die Idee aufgegriffen und eigene kreative Aktionen ganz im Sinne der einstigen AWO-Gründerin und Sozialreformerin Marie Juchacz (1879-1956) gesetzt. Ihr Zitat „Das Wir ist immer stärker als das Ich“ ist auch hier maßgeblich. Denn „Marie macht’s“ steht für Vielfalt, Gemeinschaft und den Mut, einfach gemeinsam etwas zu tun, auf die Beine zu stellen. Ziel ist es, das Miteinander zu stärken – für eine solidarische Gemeinschaft.
Der AWO Bezirksverband Weser-Ems
Der AWO Weser-Ems Bezirksverband bietet zwischen Nordsee und Osnabrücker Land soziale Dienstleistungen in über 70 Einrichtungen rund um Pflege, Kinderbetreuung, psychosoziale Teilhabe und Beratung an. Als politischer Verband vertritt dieser die Interessen der Menschen in der Region und setzt sich für eine demokratische und gerechte Gesellschaft ein. Rund 9000 Mitglieder, etwa 4000 hauptamtlich Mitarbeitende sowie viele weitere ehrenamtlich Tätige sind in 14 Kreisverbänden und 90 Ortsvereinen organisiert.
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