Aktuell
Rastede macht das Kreuz ohne Haken
AWO Kooperations-Aktion zur Wahl – Einrichtungen sorgen für markantes „Denkanmich“ zur Bedeutung von Vielfalt und Demokratie
RASTEDE. Es ist das Zeichen für Demokratie und Vielfalt – und steht damit nicht ohne Grund nun vor den ersten Einrichtungen der AWO Weser-Ems, beispielsweise in Rastede, Hemmoor und Delmenhorst: In den kommenden Tagen und Wochen werden an zahlreichen weiteren AWO Gebäuden zur Pflege, Betreuung und Eingliederung diese herrlich bunten „Kreuze ohne Haken“ angebracht. Nicht etwa als Mahnmal, sondern insbesondere als Hinweis, dass Vielfalt in einer Gesellschaft nicht den Verlust der individuellen und kollektiven Freiheit bedeutet, sondern diese erst garantiert.
„Nicht erst die Wahlen in Sachsen-Anhalt zeigen uns, dass Teile der Gesellschaft viel zu viele hart erkämpfte Errungenschaften als Selbstverständlichkeit oder gar als Übel ansehen – dabei aber völlig außer Acht lassen, wie schwer dieser Weg zu solch einer Freiheit und demokratischen Grundordnung war“, sagt Thore Wintermann (Vorstand Verband und Politik AWO Weser-Ems), „wir brauchen daher wache Menschen und gesellschaftliche Signale, die Populismus und rückschrittliche Ideologien als das ausweisen, was sie sind: eine Gefahr für unsere freiheitliche Grundordnung. Mit diesen Kreuzen der Gruppe beherzt setzen wir ein solches, weithin sichtbares Zeichen“.
Rund 100 Exemplare dieser „Kreuze ohne Haken“ werden dank geteilter Lizenzierung nun in den kommenden Monaten in der Holzwerkstatt der Rasteder Einrichtung am Mühlenhof von Mitarbeitenden wie Klient*innen erstellt, dann Stück für Stück an die anderen Häuser der AWO Weser-Ems ausgeliefert und angebracht. Üblicherweise wird hier intern Mobiliar aufgearbeitet, auch Hobbys nachgegangen. Dass sie hier nun mit solchen knalligen Farben und nach vorgegebener Lizenz-Anleitung gestalten, ist neu.
„Zwar haben auch wir ganz bewusst ein Kreuz an unserem Gebäude angebracht – dass wir aber zugleich die Produktion der Kreuze für die gesamte AWO Weser-Ems zwischen Nordsee und Osnabrücker Land übernehmen können, macht uns alle auch ein bisschen stolz“, so Denise Neßmann, Einrichtungsleitung der Wohnanlage. Entsprechend wurde bereits eifrig gesägt, gesprüht, lackiert. Alles, um eine nicht nur akut drängende Debatte in ein einfaches Symbol zu übertragen. „Es ist hier deutlich zu spüren, dass alle dahinterstehen und ein Statement setzen wollen“, sagt sie, „natürlich gab es auch intern Fragen, die wir dann besprochen haben – dabei handelte es sich jedoch nicht um eine Diskussion zur oder gegen die Sache, sondern um ein Miteinander-Austauschen. Dies hat uns alle weitergebracht.“
Übrigens auch gleich nebenan in der AWO-Altenwohnanlage von Elke Thoben – sie war eine der ersten Einrichtungen, die mit dem Kreuz ausgestattet worden sind, nicht allein wegen der räumlichen Nähe. „Ob in Zeitungsrunden oder auch im direkten Austausch: Wir erleben ja täglich hautnah, wie bedeutend dieser Austausch zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ist“, sagt die Leiterin der Pflegeeinrichtung, „daher war es uns ein großes Anliegen, schnell und auch noch vor der Wahl so markant Stellung gegen Ausgrenzung und für Akzeptanz wie Vielfalt in der Gesellschaft beziehen zu können.“
Gleiches gilt rund 50 Kilometer weiter im Sprachheilkindergarten von Bettina Gienapp. „Wir stellen das Kreuz ohne Haken auf, weil Vielfalt und ein respektvolles Miteinander für uns zum Selbstverständnis unseres Sprachheilkindergartens gehören“, sagt die Leiterin der Delmenhorster Kita, „bei uns wird jedes Kind, jede Familie unabhängig von Herkunft, Sprache, Beeinträchtigung oder individuellen Voraussetzungen angenommen und wertgeschätzt“. Eben dies alles symbolisiere das Kreuz. Mehr noch: „Für mich als Leitung ist wichtig, dass wir nicht nur über Vielfalt und Teilhabe sprechen, sondern auch sichtbar dafür einstehen. Wir haben die pädagogische Verantwortung, Kindern früh zu vermitteln, dass Verschiedenheit etwas Selbstverständliches und Bereicherndes ist.“
Und auch im von Rastede aus rund 100 Kilometer entfernten Hemmoor hängt das Kreuz bereits fest verankert – dort erhielt Bianca Scholz (Leitung der Sprachheilkindergärten in Cuxhaven und ebenda) kürzlich von den „Omas gegen Rechts“ das Vielfaltskreuz als Geschenk zum Einrichtungsjubiläum. „Als Dankeschön habe ich dann bei ihrer folgenden Aktion zur Herstellung weiterer Kreuze geholfen“, so Scholz, „aus voller Überzeugung für die Sache und den wichtigen Gedanken dahinter“.
WEITERE INFORMATIONEN ZUM THEMA
Initiatorin: Die Gruppe „beherzt“
Gegen Rechtsextremismus, gegen Rassismus und völkische Ideologien: Die Gruppe „beherzt“ besteht seit 2018 und ist seit Ende 2024 ein gemeinnütziger Verein. Zuerst aktiv ist die Gruppe in den Heidedörfern des Landkreises Uelzen geworden, dann auch in Nachbarkreisen und anliegenden Bundesländern. Inzwischen zählt sie rund 600 Mitglieder. Ziel ist es, über demokratie- und menschenfeindliche Umtriebe und Gruppen aufzuklären, auf die Gefährdung unserer offenen Gesellschaft hinzuweisen und für einen freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat zu werben. Mehr Infos auf: www.beherzt.info
Die Aktion: Kreuz ohne Haken – fUEr Vielfalt
Mit dem farbigen Kreuz und dem UE für Uelzen möchte die Gruppe seit 2019 vor den Häusern und Höfen ein Zeichen setzen, dass rechtsextremistisches Gedankengut dort keinen Platz hat. Das Kreuz ist markenrechtlich geschützt und darf nicht ohne Erlaubnis der Gruppe beherzt vervielfältigt werden. Mehr Infos auf Instagram: gruppe_beherzt
Der AWO Bezirksverband Weser-Ems …
… bietet mit seinen über 4000 Mitarbeitenden zwischen Nordsee und Osnabrücker Land soziale Dienstleistungen in rund 80 Einrichtungen rund um Pflege, Kinderbetreuung, psychosoziale Teilhabe und Beratung an.
Die Arbeiterwohlfahrt …
… gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Bundesweit wirken in ihr über 300.000 Mitglieder, mehr als 72.000 ehrenamtlich Engagierte und 242.000 hauptamtliche Mitarbeiter*innen, um in unserer Gesellschaft bei der Bewältigung sozialer Probleme und Aufgaben mitzuwirken und den demokratischen, sozialen Rechtsstaat zu verwirklichen.
Ein Video zur Herstellung und Anbringung der Kreuze gibt es auf unserem YouTube-Kanal.
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Geprüfte Qualität. Gelebte Werte.
Wir arbeiten nach DIN EN ISO 9001 – ergänzt durch AWO spezifische und wohlfahrtspolitische Anforderungen.