Kommunalpolitische Leitlinien
Anlässlich der Kommunalwahlen am 13. September 2026 hat die Landesarbeitsgemeinschaft der AWO Niedersachsen kommunalpolitische Leitlinien erarbeitet. Sie verstehen sich als Orientierung für eine sozial gerechte und zukunftsorientierte Kommunalpolitik in Niedersachsen und richten sich an kommunale Mandatsträger*innen, Kandidat*innen, Parteien, Wähler*inneninitiativen sowie an alle, die Verantwortung in den Kommunen tragen oder übernehmen wollen. Die Leitlinien verstehen sich als fachliche Orientierung, politische Standortbestimmung und zugleich als Erwartungshaltung an die kommende Wahlperiode.
Bedeutung der Kommune
In der Kommune wird das Zusammenleben der Menschen in kommunaler Selbstverwaltung organisiert. Hier ist der Ort, an dem Demokratie konkret wird. Hier entscheidet sich, wie wir zusammenleben, wie solidarisch wir füreinander einstehen und ob soziale Gerechtigkeit im Alltag tatsächlich erfahrbar ist. Die AWO versteht sich als aktiver Teil der Zivilgesellschaft und als verlässliche Partnerin der Kommunen. Wir treten ein für eine sachorientierte politische Streitkultur, für Respekt im demokratischen Miteinander und für Entscheidungen, die sich am Bedarf der Menschen und nicht an kurzfristigen Eigeninteressen oder populistischen Zuspitzungen orientieren. Eine offene Gesellschaft, gelebte Vielfalt, eine klare Willkommenskultur und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen sind für uns unverzichtbare Grundlagen eines funktionierenden Gemeinwesens.
Unsere Forderungen auf einen Blick
Verlässliche, öffentliche Leistungen für alle Menschen.
Starke Partnerschaft zwischen Kommunen und freien Trägern.
Selbstbestimmtes Leben, Prävention und wohnortnahe Unterstützung.
Mehr Sozialwohnungen und Wohnraum für alle.
Kommunale Verantwortung für nachhaltige Entwicklung
Vielfalt, Respekt und gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Unsere Forderungen im Detail
Eine starke Kommune sorgt für verlässliche öffentliche Leistungen, finanziert soziale Infrastruktur und Klimaschutz bedarfsgerecht und arbeitet eng mit gemeinnützigen Trägern zum Wohl aller Menschen zusammen.
Die kommunale Daseinsvorsorge ist ein zentraler Bestandteil öffentlicher Verantwortung und Aus druck des Sozialstaatsprinzips sowie der kommunalen Selbstverwaltung. Sie stellt sicher, dass alle Menschen unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Wohnort Zugang zu grundlegenden sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und infrastrukturellen Leistungen haben.
Warum ist das wichtig?
Gerade vor dem Hintergrund der Klimakrise, des demografischen Wandels, wachsender sozialer Ungleichheiten und zunehmender Krisen ist eine starke kommunale Daseinsvorsorge unverzichtbar.
Unsere Forderungen:
- Öffentliche Daseinsvorsorge muss verlässlich und gemeinwohlorientiert sein
- Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land sicherstellen
- Soziale Infrastruktur langfristig finanzieren
- Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe anerkennen
- Gemeinnützige Träger als feste Partner der Kommunen stärken
Das Subsidiaritätsprinzip bedeutet: Was der Einzelne aus eigener Kraft tun kann, darf weder von einer übergeordneten Instanz noch vom Staat dominiert werden. Die im Subsidiaritätsprinzip zum Ausdruck kommende Anerkennung sozialer Initiativen sichert Vielfalt und damit das Wunsch- und Wahlrecht hilfesuchender Bürger*innen. Der Staat darf hiernach keine Aufgaben anstreben oder übernehmen, die in gleichwertiger, geeigneter Weise durch selbstständige Organisationen oder Verbände genauso geleistet werden könnten.
Warum ist das wichtig?
Freie Träger kennen die Bedürfnisse vor Ort oft sehr genau und können flexibel, bedarfsgerecht und individuell auf neue Herausforderungen reagieren. Das ist unsere über viele Jahre hinweg professionalisierte und erfahrene Kernkompetenz, die es zu schützen und zu unterstützen gilt – ohne in Konkurrenz zum Staat zu stehen.
Unsere Forderungen:
- Gemeinnützige Träger sind als zentrale Partner der Kommunen zu stärken und vorrangig einzubeziehen
- Soziale Dienstleistungen müssen verlässlich und ausreichend finanziert werden
Die stetig wachsende Zahl älterer Menschen mit Unterstützungs- und Hilfsbedarfen stellt eine zentrale Herausforderung dar. Gleichzeitig fehlen Pflegekräfte und familiäre Pflegepotenziale nehmen ab, weshalb innovative Konzepte und Versorgungsformen unerlässlich sind. Daher fordern wir eine zukunftsfähige kommunale Pflegepolitik.
Warum ist das wichtig?
Die meisten Menschen möchten möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Dafür braucht es passende Strukturen in den Kommunen.
Unsere Forderungen:
- Selbstständigkeit im Alter stärken und Einsamkeit vorbeugen
- Barrierefreiheit und gute Erreichbarkeit von Angeboten sicherstellen
- Begegnungsmöglichkeiten und ehrenamtliches Engagement fördern
- Beratungs- und Unterstützungsangebote wohnortnah ausbauen
- Inklusive Wohnformen ermöglichen
- Pflegefachkräfte gewinnen, halten und wertschätzen
- Ambulante Pflegeangebote bedarfsgerecht finanzieren
- In moderne, klimafreundliche Pflegeinfrastruktur investieren
- Digitalisierung und KI sinnvoll nutzen
Immer mehr Menschen in Niedersachen haben Probleme, sich mit bezahlbarem und angemessenem Wohnraum zu versorgen – insbesondere Familien, ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen. Wohnen ist ein Grundrecht, deshalb muss bezahlbarer Wohnraum für alle Menschen zur Verfügung gestellt werden.
Warum ist das wichtig?
Kommunen müssen aktiv der Gefährdung von Chancengerechtigkeit gegensteuern. Daher bedarf es insbesondere für den sozialen Wohnungsbau an verbindlichen Quoten, welche in den Bebauungsplänen festgeschrieben werden sollten. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Förderung von stabilen Quartieren und Dörfern durch gezieltes Quartiersmanagement und Gemeinwesenarbeit, um die kommunale Gemeinschaft zu stärken und zu fördern.
Unsere Forderungen:
- Mehr bezahlbarer Wohnraum
- Öffentliche Grundstücke und Baugebiete stärker an sozialen Kriterien ausrichten
- Sozialen und gemeinnützigen Wohnungsbau ausbauen
- Wohnungsgenossenschaften und neue Formen der Wohngemeinnützigkeit fördern
- Für sozial durchmischte und lebenswerte Quartiere sorgen
- Leerstände und innerstädtische Flächen stärker für Wohnraum nutzen
- Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen
- Barrierefreies Wohnen konsequent fördern
- Quartiere beleben und Nachbarschaften stärken
Kindertageseinrichtungen sind Ort für Erziehung, Bildung und Betreuung. Aber das Angebot an Betreuungsplätzen und Betreuungszeiten (Krippen, Kita, Hort sowie Tagespflege) reicht in vielen Kommunen nicht aus, um die tatsächlichen Bedürfnisse von Familien zu erfüllen. Diese Situation wird zudem durch den wachsenden Mangel an Betreuungskräften verschärft. Diese Entwicklung gilt es umzukehren.
Warum ist das wichtig?
Die Folgen sind sowohl für die Eltern als auch für die Kinder direkt zu spüren: Es entsteht zum einen die überdurchschnittliche Herausforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zum anderen eine sich nur langsam ausprägende Entwicklung sozialer Fähigkeiten der Kinder. Hinzu kommt die Überlastung der Betreuungskräfte sowohl psychischer als auch physischer Art.
Unsere Forderungen:
- Frühkindliche Betreuung stärken
- Mehr Kita-Plätze
- Mehr Fachkräfte ausbilden, gewinnen und langfristig binden
- Ausbildungswege und Quereinstiege fördern
- Einheitliche Qualitätsstandards in Kitas und Tagespflege schaffen
- Individuelle Förderbedarfe von Kindern frühzeitig erkennen und unterstützen
- Gleichwertige Bildungs- und Betreuungsangebote in allen Regionen Niedersachsens gewährleisten
Kommunen gestalten die Bildungslandschaft vor Ort und schaffen auch außerschulisch Angebote für Lernen, Begegnung und persönliche Entwicklung. Dazu gehören Schulen, Ganztagsangebote, Bibliotheken, Volkshochschulen und viele weitere Bildungsorte.
Warum ist das wichtig?
Gute Bildung ermöglicht Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen. Hochwertige Bildungsangebote und digitale Zugänge stärken den Zusammenhalt und fördern die Zukunftsfähigkeit unserer Kommunen.
Unsere Forderungen:
- Bildungsangebote vor Ort fördern und sichern
- Gute Ganztagsschulen fördern
- Chancengerechtigkeit für benachteiligte Familien stärken
- Digitale Bildung für alle ermöglichen
- Bildung verlässlich finanzieren
Soziale Arbeit ist keine beliebige Dienstleistung, sondern eine verantwortungsvolle öffentliche Aufgabe. Gerade im Bereich sozialer Infrastruktur darf Vergabepolitik nicht auf kurzfristige Kostenvorteile reduziert werden. Der günstigste Anbieter in der Ausschreibung ist keines falls immer der beste. Eine sozial verantwortliche Vergabepolitik muss dieser Realität Rechnung tragen.
Warum ist das wichtig?
Wir brauchen qualifiziertes Personal, faire Löhne und verlässliche Standards. Werden Aufträge nur nach dem günstigsten Angebot vergeben, kann dies zulasten der Qualität, der Beschäftigten und der Menschen gehen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Wir setzen uns dafür ein, dass Fachlichkeit und soziale Verantwortung berücksichtigt werden.
Unsere Forderungen:
- Soziale Kriterien bei Vergaben stärken
- Bürokratie abbauen
- Gemeinnützige Träger bevorzugen
- Qualität vor Preis setzen
- Gemeinwohl statt Gewinnorientierung
Kommunen brauchen ausreichend finanzielle Mittel, um ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen und gute öffentliche Leistungen für die Menschen vor Ort anbieten zu können. Dafür müssen Aufgaben und Zuständigkeiten regelmäßig überprüft und angepasst werden.
Warum ist das wichtig?
Nur finanziell gut ausgestattete Kommunen können selbstständig handeln, in soziale Infrastruktur investieren und auf neue Herausforderungen angemessen reagieren. Kommunale Selbstverwaltung benötigt eine verlässliche finanzielle Basis.
Unsere Forderungen:
- Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Prävention als verlässliche Pflichtaufgaben absichern
- Die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen durch eine stabile Steuerbasis stärken
- Den Sanierungsstau bei kommunalen Gebäuden und Infrastruktur konsequent abbauen
Mobilität ermöglicht Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und den Zugang zu Arbeit, Bildung, Gesundheit und Freizeit. Deshalb braucht es einen bezahlbaren, barrierefreien und gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr in Stadt und Land.
Warum ist das wichtig?
Gute Mobilität schafft Chancengleichheit und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig leistet der Ausbau des ÖPNV einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Kommunen. Mobilitätsangebote dürfen jedoch nicht zur sozialen Frage werden: Hohe Ticketpreise, mangelnde Anbindung oder fehlende Barrierefreiheit schließen insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, Auszubildende, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen aus.
Unsere Forderungen:
- Bezahlbaren ÖPNV durch Sozialtickets und günstige Tarifangebote sichern
- Mobilität für alle ermöglichen
- Stadt und Land besser verbinden
- Das Azubi-Ticket stärken und weiterentwickeln
- Kommunen bei der Finanzierung und Weiterentwicklung des ÖPNV unterstützen
- Rad- und Fußverkehr ausbauen
- Klimafreundliche Mobilität fördern
Alle Menschen sollen unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung haben. Dazu gehören Haus-, Fach-, und Kinderärzt*innen, Hebammen sowie Angebote der psychiatrischen Grundversorgung.
Warum ist das wichtig?
Gerade in ländlichen Regionen fehlen häufig wichtige medizinische Angebote. Eine wohnortnahe und verlässliche Gesundheitsversorgung ist jedoch entscheidend für Lebensqualität, Teilhabe und ein gutes Älterwerden.
Unsere Forderungen:
- Ambulante und stationäre Gesundheitsangebote besser vernetzen
- Kinder- und Jugendpsychiatrie bedarfsgerecht ausbauen
- Hospizangebote vor Ort stärken und ausbauen
Eine starke soziale Infrastruktur umfasst Beratungsangebote, Begegnungsorte und Schutzräume für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Dazu gehören insbesondere Angebote für Mädchen und Frauen sowie für für Lesben, Schwule, Trans- und Interpersonen.
Warum ist das wichtig?
Soziale Beratung, sichere Treffpunkte und wirksame Prävention stärken gesellschaftliche Teilhabe und schützen vor Ausgrenzung und Gewalt. Besonders Mädchen und Frauen benötigen verlässliche Unterstützungs- und Schutzangebote, sowohl im Alltag als auch im digitalen Raum.
Unsere Forderungen:
- Soziale Angebote und Projekte verlässlich finanzieren
- Frauen- und Mädchenprojekte sowie Frauenhäuser ausbauen und dauerhaft absichern
- Das Gewalthilfegesetz konsequent umsetzen
- Schutz und Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen unabhängig vom Wohnort gewährleisten
- Hürden beim Zugang zu Frauenhäusern abbauen
Kinder und Jugendliche brauchen gute Rahmenbedingungen, um sich zu selbstständigen, verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln. Dazu gehören starke Angebote der Jugendhilfe und Jugendarbeit, die Förderung, Beteiligung und Bildung ermöglichen.
Warum ist das wichtig?
Jugendarbeit schafft Räume für Lernen, Mitbestimmung und soziale Entwicklung. Eine gut ausgestattete Jugendhilfe stärkt junge Menschen und Familien und kann auf gesellschaftliche Herausforderungen und Krisen flexibel reagieren.
Unsere Forderungen:
- Offene Jugendbildungsstätten dauerhaft und verlässlich finanzieren
- Freiräume, Spiel- und Sportflächen für Kinder und Jugendliche erhalten und ausbauen
- Beteiligungsmöglichkeiten und moderne Freizeitangebote stärken
- Inklusive Kinder- und Jugendarbeit weiterentwickeln
- Jugendhilfemaßnahmen bedarfsgerecht ausbauen
- Projekte gegen Schulabstinenz gezielt fördern
- Präventive Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien stärken
Seit Beginn der 1990er Jahre wird Arbeitsmarktpolitik zunehmend als Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen gesehen.
Warum ist das wichtig?
Auch wenn nach wie vor der Bund die Ebene mit den größten Handlungskompetenzen und -möglichkeiten darstellt, ist die Kommune nicht außer Acht zu lassen.
Unsere Forderungen:
- Berufliche Bildung, Weiterbildung und Jugendberufshilfe stärken
- Lokale Beschäftigungsangebote und soziale Arbeitsmarktprogramme ausbauen
- Die Zusammenarbeit von Kommunen, Wirtschaft, Arbeitsagenturen und weiteren Partnern intensivieren
- Qualifizierung und Weiterbildung stärker mit dem Leistungsbezug verbinden
- Auf- und Ausbau eines öffentlichen geförderten Beschäftigungssektors durch die Kommunen
Die digitale Transformation verändert nahezu alle Lebensbereiche. Kommunen müssen digitale Angebote und soziale Innovationen so gestalten, dass alle Menschen Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und gesellschaftlicher Teilhabe erhalten.
Warum ist das wichtig?
Digitale Teilhabe ist heute eine Voraussetzung für soziale, demokratische und ökonomische Teilhabe. Wer keinen Zugang zu digitalen Angeboten hat, läuft Gefahr, vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu werden.
Unsere Forderungen:
- Digitale Teilhabe für alle ermöglichen
- Breitband, WLAN und digitale Endgeräte für alle zugänglich machen
- Digitale Beratungsangebote ausbauen und einfacher nutzbar gestalten
- Verwaltungsleistungen digital, barrierefrei und bürgernah anbieten
- Behördliche Prozesse vereinfachen und beschleunigen
Wir setzen uns für eine inklusive Gesellschaft und eine lebendige Demokratie ein, in der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können. Dazu gehören barrierefreie Angebote, mehr Aufklärung, bessere Unterstützungsstrukturen und eine zugängliche Verwaltung.
Wir fordern und fördern die Gleichstellung aller Geschlechter und setzen uns aktiv gegen geschlechterspezifische Diskriminierung ein- das gilt auch für die Kommunen. Die Arbeit in der Kinderbetreuung und Pflege darf nicht als typischer Frauenberuf stigmatisiert werden.
Warum ist das wichtig?
Die Gleichstellung aller Geschlechter ist immer noch nicht realisiert. Frauen verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als Männer, leisten einen Großteil der Care-Arbeit, sind in Aufsichtsräten stark unterrepräsentiert und werden von Berufen oder Bildungsangeboten ausgeschlossen. Das darf nicht sein.
Unsere Forderungen:
- Gleichstellung fördern
- Frauen in Gremien stärken
- Chancengerechte Entscheidungen unterstützen
Armut und soziale Ausgrenzung zeigen sich besonders deutlich auf kommunaler Ebene. Kommunen können durch gezielte Unterstützung, Prävention und soziale Hilfsangebote dazu beitragen, Armut zu verhindern und Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen.
Warum ist das wichtig?
Armut beeinträchtigt nicht nur die finanzielle Situation, sondern auch Gesundheit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Frühzeitige Unterstützung und bedarfsgerechte Hilfen können soziale Ausgrenzung verhindern und die Lebenssituation von betroffenen Menschen nachhaltig verbessern.
Unsere Forderungen:
- Soziale Teilhabe durch Arbeit, Wohnen, Mobilität und Kultur fördern
- Beratungs- und Unterstützungsangebote leicht zugänglich machen
- Armut durch präventive Maßnahmen frühzeitig verhindern
- Kostenfreie Begegnungsorte für alle Menschen schaffen
- Housing First und nachhaltige Lösungen für Wohnungslosigkeit ausbauen
- Wohnungslose Menschen individuell begleiten und dauerhaft in Wohnraum integrieren
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen unabhängig von Herkunft, Behinderung, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Kommunen sollen Barrieren abbauen und Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglichen.
Warum ist das wichtig?
Vielfalt stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine inklusive Kommune schafft gleiche Chancen, fördert Begegnungen und verhindert Ausgrenzung, damit alle Menschen aktiv am Zusammenleben teilnehmen können.
Unsere Forderungen:
- Inklusion in kommunalen Entscheidungen verbindlich berücksichtigen
- Angebote zur Sensibilisierung und Aufklärung über Vielfalt und Inklusion ausbauen
- Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen stärken
- Barrierefreie und verständliche Kommunikation sicherstellen (Leichte Sprache)
- Arbeitsmarkt inklusiver gestalten
- Verwaltung zugänglicher machen
Menschen, die nach Deutschland kommen, sollen schnell und gut in die Gesellschaft integriert werden. Dazu gehören dezentrale Wohnmöglichkeiten, die Förderung von Begegnungen vor Ort sowie die Unterstützung von Integrations- und Beteiligungsangeboten.
Warum ist das wichtig?
Integration gelingt am besten im direkten Zusammenleben mit der Nachbarschaft. Begegnung und Austausch bauen Vorurteile ab, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördern die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen.
Unsere Forderungen:
- Sprachförderung und Integrationsangebote frühzeitig und bedarfsgerecht finanzieren
- Den Zugang zu Wohnraum, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe unterstützen
- Flüchtlingsunterkünfte nur als kurzfristige Übergangslösung nutzen
Demokratie lebt von der aktiven Beteiligung der Bürger*innen. Kommunen sollen Möglichkeiten schaffen, damit Menschen ihr Umfeld mitgestalten, sich einbringen und ehrenamtlich engagieren können.
Warum ist das wichtig?
Beteiligung und Ehrenamt stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördern das demokratische Miteinander. Eine offene und respektvolle Gesellschaft wirkt Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und Populismus entgegen.
Unsere Forderungen:
- Bürokratische Hürden für Ehrenamtliche abbauen
- Freiwilligenmanagement und Ehrenamtskoordination verlässlich fördern
- Bürgerbeteiligung in kommunalen Entscheidungsprozessen ausbauen
- Vielfalt und Repräsentation in politischen Gremien fördern
- Jugendparlamente und Mitbestimmung junger Menschen stärken
- Gegen Menschenfeindlichkeit sensibilisieren und demokratische Werte fördern
Klimaschutz und (soziale) Nachhaltigkeit sind zentrale Aufgaben der Kommunen. Ziel ist es, den Folgen des Klimawandels wirksam zu begegnen und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit, Lebensqualität und Teilhabe für alle Menschen zu sichern.
Warum ist das wichtig?
Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits heute spürbar und betreffen Umwelt, Gesundheit und Zusammenleben. Eine sozial gerechte und nachhaltige Entwicklung schützt Mensch und Natur gleichermaßen und sorgt dafür, dass niemand durch den ökologischen Wandel benachteiligt wird.
Unsere Forderungen:
- Sozial gerechter Klimaschutz
- Nachhaltigkeit kommunal verankern
- Ökologische und soziale Ziele gemeinsam voranbringen
- Kitas, Pflegeeinrichtungen und andere soziale Einrichtungen besser an die Folgen des Klimawandels anpassen
- Die 17 Nachhaltigkeitsziele bekannter machen und aktiv umsetzen
- Projekte für soziale Nachhaltigkeit fördern
- Nachhaltigkeit als verbindliches Kriterium bei öffentlichen Beschaffungen berücksichtigen
Krisenvorsorge bedeutet, Kommunen so aufzustellen, dass sie auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig bleiben. Dazu gehören eine starke soziale Infrastruktur, verlässliche Hilfsangebote und die enge Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden und zivilgesellschaftlichen Partnern.
Warum ist das wichtig?
Krisen treffen besonders häufig Menschen, die bereits belastet oder benachteiligt sind. Gut vorbereitete Kommunen können soziale Folgen abmildern, Sicherheit bieten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten stärken.
Unsere Forderungen:
- Soziale Auswirkungen von Krisen frühzeitig berücksichtigen
- Kommunale Krisenvorsorge dauerhaft stärken und absichern
- Wohlfahrtsverbände fest in Krisenplanung und Entscheidungen einbinden
- Hilfsangebote auch in Krisenzeiten verlässlich sichern
Sozial gerecht durch den Wandel
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